Worauf muss beim Baggereinsatz geachtet werden?

 

Der Baggereinsatz beim Abtrag des oberflächlichen Humus bzw. des Oberbodens muss durch ein bis zwei Archäologen überwacht werden. Dies ist vor allem notwendig, da in der Regel unklar ist, ab welcher Tiefe ungestörte archäologisch relevante Schichten zutage treten können. Ein zu tiefes Baggern würde Bodendenkmale teilweise unwiederbringlich zerstören, ein zu seichtes Baggern würde die Einschätzung der Gesamtsituation deutlich erschweren und vor allem später massive Folgekosten verursachen, da das Erdreich dann händisch mit einem ungleich größeren Personal- und Kostenaufwand abgetragen werden müsste. Es ist zweckdienlich, wenn zwischen Ihnen als Auftraggeber, der Baggerfirma (besonders dem eingesetzten Fahrer) und den Archäologen eine genaue Absprache über die Vorgehensweise getroffen wird. Wenn etwa der Baggerfahrer den Anweisungen des beaufsichtigenden Archäologen genau folgt, kann mit einem sehr geringen Mehraufwand beim Baggern eine besonders saubere und ebene bzw. den Schichten folgende Fläche geschaffen werden. Dadurch muss nicht mehr so viel händisch überputzt werden, wodurch die Archäologen eine enorme Zeitersparnis haben. Von besonderem Vorteil ist es, wenn dabei Baggerfahrer eingesetzt werden können, die bereits über Erfahrung im Baggern für archäologische Zwecke haben. Sicher wird Ihnen Ihre Grabungsfirma einige in Frage kommende, erprobte Baggerfirmen nennen können.

Extratipp bei großflächigen Grabungen:

Bei großflächigen Grabungen kann durchaus ein paralleles Arbeiten von Archäologen und Baufirmen möglich sein. Nötig ist vorher eine genaue Absprache zwischen allen beteiligten Parteien. Bis zu einem gewissen Grad können Archäologen bei der Einteilung der Grabung in Teilabschnitte auf die Wünsche der Baufirma Rücksicht nehmen. Dadurch können unter Umständen schon lange vor Beendigung der gesamten Grabungsarbeiten bestimmte Areale bereits für die Bauarbeiten freigegeben werden. Die Archäologen müssen dazu natürlich möglichst frühzeitig wissen, welche Flächen zuerst benötigt werden und wo die Bauarbeiten erst ohnehin zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden werden.

Welche Werkzeuge kommen zum Einsatz?

 

Die oberste Schicht wird meist vom Bagger abgetragen. Wenn dabei etwas gefunden wird, arbeitet man mit feineren Werkzeugen weiter. Dabei kommen auch Schaufeln, Maurerkellen und Spachteln zum Einsatz. Für sehr filigrane Funde, zB Skelette, benutzt man dann auch Skalpell und Pinsel.

Für die Dokumentation greift man auf klassische Methoden wie den Fotoaparat zurück, aber auch auf hochtechnische wie den Laserscanner oder Structure from Motion. mehr dazu www.ardig.at/Technik

  • Analyse von LIDAR-Daten und Luftaufnahmen
  • Grabung mit Bagger
  • Grabung per Hand
  • Laserscanner
  • SFM – Structure from Motion siehe auch www.ardig.at/Technik 

 

Wie läuft eine Grabung ab.

4.0 

Natürlich kommt es immer auf die Funddichte im Boden an, generell werden folgende Arbeitsschritte abgearbeitet:

Zeitnahe Planung

  • Prospektion auf Grund von Luftbildern/Begehungen/LIDAR-Daten http://de.wikipedia.org/wiki/Lidar
  • Recherche Landesarchiv-BDA
  • technische Vorbereitung Organisation
  • Oberbodenabtrag
  • Grabung
  • Aufarbeitung Bericht fürs BDA - Restaurierung

Wie tief wird gegraben?

 

Es wird bis zu jener geologischen Schicht gegraben, die sich bereits vor der möglichen Besiedlung durch Menschen gebildet hat. Aber natürlich nur dann, wenn der Auftraggeber auch so tief bauen will. Soll zum Beispiel nur ein Fundament für eine Halle, also ohne Tiefgarage, gebaut werden, dann wird auch nur bis zum entsprechenden Niveau gegraben.