Kommt es durch Archäologie zu Bauverzögerungen?

 

Der Albtraum jedes Bauherrn ist eine Verzögerung oder gar ein amtswegig erzwungener Baustopp, etwa durch archäologische Funde am betreffenden Grundstück. Dieses Risiko kann man minimieren. Bereits in der Planungsphase Ihres Projektes können Sie bei der zuständigen Behörde (Bundesdenkmalamt, Abteilung für Archäologie) diesbezügliche Erkundigungen einholen. Eine von Ihnen beauftragte Grabungsfirma kann durch wissenschaftliche Recherchen und Geländeprospektionen darüber hinausgehende Informationen über zu erwartende Bodendenkmale liefern. So können eventuell notwendige Ausgrabungen langfristig eingeplant werden. Damit wird die Gefahr einer Bauverzögerung minimiert.

Im Idealfall findet die notwendige archäologische Ausgrabung im Zeitraum zwischen der Projektfixierung und dem von Ihnen geplanten Baubeginn statt.

Sollten unvorhergesehener Weise Bodendenkmale erst im Zuge der Bauarbeiten auftreten, empfiehlt es sich ebenfalls, so schnell wie möglich die zuständige Denkmalbehörde und eine Grabungsfirma zu kontaktieren. In aller Regel kann auch dann durch eine genaue Abstimmung zwischen Archäologen und Baufirma eine größere Bauverzögerung verhindert werden.

Wer darf Grabungen durchführen?

 

Kurz: Nur wer eine Genehmigung hat.

Bei Vorliegen eines entsprechenden Bescheides der zuständigen Behörde (Bundesdenkmalamt, Abteilung für Archäologie) muss vor Baubeginn eine fachgemäße archäologische Ausgrabung und Dokumentation der betroffenen Fläche durchgeführt werden. Wer in Österreich archäologische Grabungen durchführen darf, ist im Denkmalschutzgesetz (DMSG) genau geregelt. Für jede Grabung muss beim Bundesdenkmalamt um Grabungsgenehmigung angesucht werden. Nur Archäologen mit einem abgeschlossenen einschlägigen Studium und entsprechender Grabungspraxis werden von der Behörde die Grabungsgenehmigung erhalten. Die von Ihnen beauftragte Grabungsfirma wird diese Formalitäten üblicherweise erledigen (eine Internet-Seite mit den wichtigsten in Österreich tätigen Grabungsfirmen finden Sie unter: www.grabungsfirmen.at).

Als Auftraggeber bzw. Baufirma sollte man auch darauf achten, dass die beauftragte Grabungsfirma alle gesetzlichen Auflagen erfüllt (etwa Anmeldung aller Dienstnehmer bei der Gebietskrankenkasse, Einrichtung aller Abgaben an das Finanzamt), da Auftraggeber auch belangt werden können, falls beispielsweise illegale Beschäftigungsverhältnisse bei der beauftragten Firma vorliegen.

Gibt es Standards für Grabungen?

 

Ja, die gibt es. Während der Grabung bzw. in der Phase der Nachbearbeitung ist nicht nur Schnelligkeit und wissenschaftliche Genauigkeit von höchster Wichtigkeit, sondern es müssen vor allem die Grabungs- und Dokumentationsstandards genau eingehalten werden, die in den Richtlinien des Bundesdenkmalamtes festgelegt worden sind. 

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

 

Die Kosten für archäologische Ausgrabungen können sehr unterschiedlich sein und hängen hauptsächlich von der jeweiligen Befundsituation ab. So sind etwa bei Stadtkerngrabungen die Kosten pro m² zu ergrabender Fläche in der Regel höher als bei Freilandgrabungen, da sich in den heutigen Stadtzentren durch eine bis zu 2000 Jahre dauernde Besiedlung regelhaft mehrere Meter mächtige Schichtpakete gebildet haben, deren exakte stratigraphische Freilegung sehr aufwändig ist. Auch die Art der Befunde hat auf die Dauer der Grabung und vor allem die anfallenden Kosten Auswirkungen; so ist etwa die Freilegung von Gräbern langwieriger als das Ausgraben von einfachen Siedlungsgruben.

Eine genauere Abschätzung der voraussichtlichen Grabungsdauer und der damit verbundenen Kosten kann erst nach dem (in der Regel vorsichtig maschinell durchgeführten und durch ein bis zwei Archäologen beaufsichtigten) Abhub des Oberbodens bzw. der Humusauflage erfolgen. Erst dann wird nämlich klar, um welche Art von Befunden es sich handelt (etwa Gräberfeld oder Siedlungsreste), wie die Befunddichte ist und ob mächtige, durchgehende Schichtabfolgen vorliegen. Ohne den vorher erfolgten Abhub des Oberbodens lassen sich also die Gesamtkosten einer Grabung nur sehr schwer abschätzen und es sollten in diesem Fall nur Regiepreise vereinbart werden. In vielen Fällen erweist sich daher eine zweistufige Ausschreibung bzw. Vergabe des Auftrags als sinnvoll.

Bei den Grabungskosten ist noch zu berücksichtigen, dass die Aufbereitung der Grabungsdokumentation gemäß den Richtlinien des Bundesdenkmalamtes mit einberechnet werden muss. Bei Grabungen, bei denen kein enormer Zeitdruck herrscht, kann dies größtenteils bereits parallel zu den Grabungsarbeiten im Gelände erfolgen. Wenn ein entsprechender Zeitdruck gegeben ist, können diese Arbeiten auch nach Beendigung der Geländearbeiten erfolgen und die Bauarbeiten können entsprechend früher beginnen.

  • Abrechnungen werden gegliedert in:
  • Stundenaufteilung der Mitarbeiter
  • Plan und Berichtserstellung
  • Bagger
  • Baustelleneinrichtung / Kontainer

Die bei einer archäologischen Grabung anfallenden Kosten sollten transparent dargestellt werden. Daher erhalten Sie von uns eine genaue Aufschlüsselung der Kosten, sowohl für Personal als auch für etwaigen Sachaufwand.

Wenn es für Ihre Planungen nützlich ist, können Sie laufende Aufstellungen über die für Ihre Grabung geleisteten Arbeitsstunden bekommen.

Speziell bei Großprojekten kann es nützlich sein, wenn Sie von der Grabungsfirma regelmäßige (z. B. wöchentliche) Berichte über die verrichteten Tätigkeiten bzw. über den Arbeitsfortschritt erhalten. 

 

Wie können die Kosten reduziert werden?

 

Es gibt einige konkrete Möglichkeiten, wie Sie als Auftraggeber mithelfen können, die Gesamtkosten niedrig zu halten. So ist etwa die zur Verfügung-Stellung von Büro- und Baucontainern bzw. von Wasser- und Stromanschlüssen zwar nicht unbedingt Ihrerseits notwendig, aber es hilft der Grabungsfirma Zeit und Kosten zu sparen.

Häufig sind bei den künftigen Grabungsplätzen ohnehin schon Büroräumlichkeiten sowie weitere Infrastruktureinrichtungen vorhanden, die von den Archäologen mitbenützt werden könnten.

Auch wenn Sie von den betreffenden Grundstücken schon Plangrundlagen (besonders in digitaler Form etwa als CAD-Plan) haben oder Vermessungs-Fixpunkte haben und dies den Archäologen zur Verfügung stellen, kann dadurch Zeit- und Arbeitsaufwand reduziert werden.

Erfahrene Baggerfahrer können durch einen sehr präzisen Humusabtrag (unter archäologischer Aufsicht) den Zeitaufwand für die anschließenden händischen Arbeiten reduzieren. Näheres unter: Worauf muss beim Baggereinsatz geachtet werden?

Kann Kostentransparenz verlangt werden?

 

Die bei einer archäologischen Grabung anfallenden Kosten sollten transparent dargestellt werden. Daher können Sie von Ihrer Grabungsfirma eine genaue Aufschlüsselung der Kosten, sowohl für Personal als auch für etwaigen Sachaufwand einfordern.

Wenn es für Ihre Planungen nützlich ist, können Sie laufende Aufstellungen über die für Ihre Grabung geleisteten Arbeitsstunden bekommen.

Speziell bei Großprojekten kann es nützlich sein, wenn Sie von der Grabungsfirma regelmäßige (z. B. wöchentliche) Berichte über die verrichteten Tätigkeiten bzw. über den Arbeitsfortschritt erhalten.

Gibt es Synergieeffekte?

 

Auf jeder Grabung gehören Vermessungsarbeiten mit modernsten Tachymetern zu den wichtigsten Tätigkeiten. Sie können selbstverständlich auch daraus Nutzen ziehen und durch die Archäologen etwa Volumsberechnungen des ausgehobenen Erdmaterials oder Detailvermessungen des Grundstücks oder der Gebäude verlangen; selbstverständlich können Sie auch jederzeit auf alle Planunterlagen der Archäologen zurückgreifen.

Auf Ihren Wunsch hin kann die Grabungsfirma auch Berichte über die fachlichen Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen verfassen, die Sie für innerbetriebliche Zwecke, aber auch für mögliche Werbe- oder PR-Zwecke verwenden können.

Was ist das Wichtigste?

 

Im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz, Archäologie und gewerblicher Bautätigkeit ist ein transparentes Zusammenwirken zwischen Bauherrn, Baggerfirma und Archäologen das Um und Auf. Laufende Kommunikation zwischen den Partnern ist unerlässlich und gewährleistet einen reibungslosen Ablauf des Projekts.

Wie kann ich selbst archäologisch tätig werden?

 

Der Begriff „Archäologe“ ist in Österreich eine geschützte Berufsbezeichnung. Folglich dürfen in Österreich nur Personen archäologische Projekte leiten oder Grabungen selbst durchführen, die eine entsprechende abgeschlossene Ausbildung haben. In Österreich bedeutet dies, dass ein Archäologe einen Studienabschluss (Magister bzw. Master oder höher) in Ur- & Frühgeschichte, Klassischer Archäologie oder Prähistorischer Archäologie vorweisen muss.

Doch auch jede archäologisch interessierte Person kann in Österreich auch ohne spezifischem Universitätsabschluss an Ausgrabungen teilnehmen. Egal ob als Praktikum in den Ferien, als Ferialjob, Saisonarbeiter oder einfach nur als interessierte Person, die selbst an der Erforschung der Heimatgeschichte teilnehmen möchte.

Informationen über Grabungsmitarbeit und laufende Projekte erhalten sie beim Bundesdenkmalamt. Gerne können sie uns aber auch direkt kontaktieren: office@ardig.at Wir erteilen gerne Auskunft! Insbesondere für Grabungskampagnen in Ostösterreich (Niederösterreich, Wien & Burgenland) suchen wir immer wieder motivierte Mitarbeiter.

Für Arbeitssuchende gibt es ebenso spezielle Angebote über das AMS. Reden Sie dafür mit ihrem AMS-Betreuer. Dieser hilft Ihnen gerne weiter!

Was ist Archäologie?

 

Archäologen erforschen das Leben der Menschen in vergangenen Epochen. Über die Geschichte der Menschen existieren zahlreiche Aufzeichnungen. Archive sind gefüllt mit mittelalterlichen Urkunden, antiken Schriftrollen oder Tagebüchern napoleonischer Offiziere. Doch sehr oft haben wir keine schriftlichen Hinterlassenschaften. Die Menschen der Steinzeit und die Kelten in unserer Gegend haben keine Bücher hinterlassen. Selbst im Mittelalter wurde fast ausschließlich nur in Klöstern geschrieben. Um dennoch unsere Geschichte erforschen zu können, untersuchen Archäologen eine Vielzahl anderer Hinterlassenschaften unserer Vorfahren, zum Beispiel antike Bauwerke, römische Grabsteine, awarische Schwerter, steinzeitliche Felsritzungen oder eisenzeitlichen Schmuck. Die meisten dieser Objekte liegen heute unter der Erde verborgen. Daher ist die wichtigste Aufgabe der Archäologen, diese mittels fachmännischen Grabungen ans Tageslicht zu bringen und für die Nachwelt zu erhalten.

Warum gräbt ARDIG?

 

Es wird vor allem dann gegraben, wenn Bodendenkmäler in Gefahr sind. Wenn ein Haus oder eine Straße gebaut wird, würde man die Funde im Boden zerstören, deshalb untersucht und konserviert die Firma ARDIG nach den Richtlinien des BDA diese Funde fachgerecht.

Wo hat ARDIG schon gegraben?

 

Wir graben in ganz Österreich, aber auch im benachbarten Ausland, z.B. in einem Bergwerk in Neukirchen, Deutschland. Eine Auswahl unserer Grabungen finden sie auch im Ardig Blog.