Drohnenaufnahme wolkenfrei

Im Kleinraum Kreuzstetten, Großrußbach und Ladendorf werden zur Zeit durch die Windkraft Simonsfeld sieben neue Windräder in den bestehenden Windpark Kreuzstetten integriert. Aufgrund archäologischer Fundstellen unterschiedlichster Zeitstellungen im Umfeld des Windparks Kreuzstetten wurde eine archäologische Begleitung des Oberbodenabtrages in den zukünftigen Standorten erforderlich. Die archäologischen Begutachtungen bzw. Untersuchungen an jedem einzelnen Standort wurden durch die Firma ARDIG (Archäologischer Dienst aus St. Pölten) unter der Leitung von Dr. Jan Vavrus in dem Zeitraum von September bis Oktober 2017 durchgeführt.

Der für die Errichtung der Standplätze benötigte Abtrag des Humus/Oberbodens mittels maschineller Hilfe (Bagger) lässt in den meisten Fällen einen Einblick in den geologisch anstehenden Untergrund (Löss, Lehm, Tegel) gewähren, in dem sich archäologische Befunde abzeichnen können. Bei einem der zukünftigen Windrad-Standorte konnten im anstehenden, gelben Lössboden mehrere dunkelbraune, humose Verfärbungen festgestellt werden, die sich als archäologische Objekte herausstellten. Dabei handelte es sich um oval geformte, kreisrunde und linear geformte Verfärbungen, die in einem ersten Schritt manuell überputzt und in einem weiteren Schritt fotografisch und vermessungstechnisch dokumentiert wurden. Die durch die Bautätigkeit gefährdeten, archäologischen Objekte wurden im nächsten Schritt manuell ausgegraben und die in der Verfüllung enthaltenen Fundstücke freigelegt, geborgen und gesichert.

Bei den archäologischen Objekten handelt es sich um Hinterlassenschaften einer 7000 Jahre alten Siedlung (Mittelneolithikum) mit Hausgrundrissen in Form von 21m langen Fundamentgräbchen, mehreren Materialentnahmegruben und Vorratsgruben, die sekundär als Abfallgruben verwendet worden waren. In den manuell entfernten Verfüllungen fanden sich eine Vielzahl an Keramikfragmenten, Tierknochen und Lehmabdrücke von Flechtwerkwänden. Zu den besonderen Fundstücken zählen eine kleine Keramiktasse, Fragmente von steinernen Reibplatten für die Herstellung von Mehl, mehrere Feuersteinklingen, die als Messer eingesetzt wurden und zwei kleine Steinbeile.